Marktlage

© Rainer Sturm / PIXELIO
Nicht nur in China, auch in Europa und den USA sind auf der makrowirtschaftlichen Ebene spätestens seit dem Jahr 2010 die Marktgesetze nicht mehr gültig. Die EU-Regierungen haben eine beispielhafte prinzipielle Garantiererklärung für die Schulden Griechenlands abgegeben, die amerikanische Notenbank behält ihre Null-Zins-Politik auf unbestimmte Zeit bei. Systemrelevante Großkonzerne, insbesondere im Segment der Finanzindustrie, können nicht pleite gehen. Für ihre Verbindlichkeiten stehen die Staaten ein. Die Staaten können, soweit sie eine eigene Währungshoheit haben, nicht pleite gehen, weil sie ihre Verbindlichkeiten aus der Notenpresse bezahlen. Euro-Staaten ohne eigene Währungshoheit wird eine unbegrenzte Kreditlinie eingeräumt. Sie sind deshalb objektiv ebenfalls keinem Konkurs-Risiko ausgesetzt.
Die Folge dieser Politik ist Inflation, über die sich die Staaten entschulden. Sie tritt zunächst als Inflation der Aktienkurse und der Rohstoffpreise auf und sodann als allgemeiner Geldwert-Verfall.
Unter diesen Rahmenbedingungen werden von uns ausgesuchte Rohstoff-Zertifikate ohne Rücksicht auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Basiswerte als Folge des Geldwertverlustes langfristig zulegen. Den deutschen und den chinesischen Aktienmarkt handeln wir mit Optionsscheinen kurz- und mittelfristig long.
Wir werden technisch orientiert relativ kurzfristig unseren gesamten Depotinhalt verkaufen und auf den DAX short gehen, sobald der Markt kippt. Aber nur, um zeitnah wieder auf die Long-Seite zu wechseln, nachdem sich ein Boden gebildet hat.
Aktienmärkte
Das Wachstum der Weltwirtschaft ist beeinträchtigt. Die chinesische Volkswirtschaft wird auch in 2010 wachsen, aber Europa und den USA stehen mehrere Quartale mit rückläufigen wirtschaftlichen Aktivitäten bevor. Nur durch staatliche Intervention weisen die offiziellen Statistiken ein Plus aus. Obwohl die Wirtschaft stockt, steigen die Aktienkurse infolge einer historisch einmaligen Geldflut.
Alle aktuellen Berichte zum Thema Konjunkurerholung sind Ausdruck eines interessengeleiteten Wunschdenkens. Eine dauerhafte Erholung der wirtschaftlichen Aktivitäten, der ein gewaltiger Inflationsschub folgen wird, ist erst möglich, wenn die Immobilienpreise in den USA einen Boden gefunden haben werden. Dem Prozeß der Bodenbildung bei den US-Immobilienpreisen gilt deshalb unsere besondere Aufmerksamkeit.
DAX
Wir haben im Februar 2010 bei 5.500 Zählern eine erste Long-Position auf den DAX eingenommen. Wir verkaufen ohne konkretes Kursziel gestaffelt, sobald Gewinne im Depot stehen, und kaufen bei deutlichen Rücksetzern gestaffelt nach.
HSCE
In Hongkong folgen wir derselben Strategie. Unser Einstieg erfolgte bei 11.500 Zählern im HSCE im Februar 2010.
Rohöl
Der aktuelle Rohölpreis setzt sich aus drei Faktoren zusammen: 1.) dem realwirtschaftlich begründeten Preisanteil, 2.) dessen spekulativer Unter- oder Übertreibung durch die Börse und 3.) der Flucht mancher Anleger aus den Papierwährungen in Richtung Sachwerte. Langfristig wird der Ölpreis aus fundamentalen Gründen weiter steigen, weil einer wachsenden Weltwirtschaft und boomenden Schwellenländern ein nicht endlos steigerungsfähiges Angebot gegenübersteht.
Der realwirtschaftliche Aspekt macht den größten Teil am Rohölpreis aus. Um aus Ölsand ein Barrel Rohöl zu gewinnen, müssen 40 bis 50 Dollar aufgewendet werden; die Ausschöpfung der einschlägigen Förderungspotentiale ist indessen unverzichtbar, weil die traditionellen Ölquellen allein den weltweiten Bedarf auf Dauer nicht decken können. Schon deshalb gibt es kein zurück mehr zu den Rohölpreisen der 70er Jahre.
Aber gerade weil Rohöl in der Realwirtschaft gebraucht wird, kann der Preis kurz- und mittelfristig nicht endlos – spekulationsgetrieben – ansteigen. Ein Preis von 150 Dollar pro Barrel in den kommenden Monaten würde Verkehrsflüsse drosseln, die Kosten chemischer Erzeugnisse in die Höhe treiben und dadurch das für die Zukunft wieder erhoffte weltweite Wirtschaftswachstum abwürgen, das gerade Taktgeber und hauptsächliche Ursache jeder Aufwärtsbewegung der Rohölpreise ist. Deshalb sind unsere Gewinnerwartungen bei WTI begrenzt.
Wir handeln WTI langfristig mit einem Zertifikat, das Rollverluste vermeidet.
Palladium
Das Edelmetall Palladium wird in der Industrie benötigt und verdrängt bei der Herstellung von Katalysatoren für Kraftfahrzeuge immer mehr das teurere Platin. Seine Preisbewegung ist deshalb anhand der Entwicklung der Realwirtschaft berechenbar: Sobald die Wirtschaft wieder anspringt, wird der Preis für Palladium, der bereits in 2008 vor der Flutung der Märkte mit Liquidität an der Marke von 600 US-Dollar pro Unze gekrazt hat, deutlich anziehen.
Wir haben im Februar 2010 bei 410 US-Dollar pro Unze eine erste Long-Position bezogen. Wir handeln Palladium mit einem Long-Only-Ansatz.
Historische Marktlagen: 31.12.2009 / 22.05.2009 / 30.04.2009 / 20.03.2009 / 20.12.2008 / 10.10.2008 / 26.09.2008 / 17.05.2008