Archiv des Monats Mai 2010
In den USA wird heute nicht gehandelt. Dem DAX fehlt deshalb der wichtigste Impulsgeber. Der Index notiert unterhalb von 6.000 Zählern im Plus, die Rohstoffpreise legen minimal zu.
Der chinesische Consumer Price Index (CPI) wird im laufenden Jahr voraussichtlich durchschnittlich bei 3,2 Prozent notieren. In den kommenden Monaten sind auch Quoten von 4,0 Prozent möglich. Das äußert Ha Jiming, der Chefökonom der China International Capital Corp (CICC). Da die Regierung in Peking nicht mehr als drei Prozent Inflation dulden will, würde ein solches Szenario weitere Maßnahmen zum Liquiditätsentzug auslösen.
In Shanghai und in Hongkong nehmen viele Investoren Gewinne mit. Das Minus beträgt in Shanghai knapp zwei und in Hongkong ein Prozent. Der Shanghai Composit fällt auf 2.600 Punkte und der HSCE auf 11.400 Zähler.
In Europa und den USA geht es bei allen Anlageklassen weiter aufwärts. Der DAX nimmt 6.000 Zähler ins Visier, WTI und Palladium legen zu. Die Eurokrise scheint abgehakt. Am Nachmittag könnten Makro-Daten aus den USA bei den Investoren Beachtung finden. Solche Zahlen waren zuletzt am Markt ausgeblendet worden.
Aber immer noch sind viele Investoren verunsichert. Jede neue Katastrophenmeldung im Zusammenhang mit der Zahlungsfähigkeit der europäischen Südstaaten und möglichen Regulierungsmaßnahmen für die Kapitalmärkte in Europa und den USA kann den nächsten Einbruch auslösen.
Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen sind in den ersten vier Monaten 2010 auf Jahressicht um 91,5 Prozent gestiegen. In Shanghai wurden aber offenbar diese und andere aufwärtsgerichtete Impulse gestern bereits verarbeitet. Der Shanghai Composit notiert nur leicht im Plus. Der HSCE gewinnt fast drei Prozent. Gute Vorgaben aus den USA, Europa und Japan schieben an.
In den USA brachen gestern Abend die Aktienkurse ein und der Wert des Euro fiel unter 1,22 US-Dollar. Ursache war ein Zeitungsbericht, nach dem in China die Fortsetzung von Engagements in der Eurozone überprüft werden soll, weil Zweifel an der Zahlungsfähigkeit europäischer Südstaaten aufgekommen sind und der Euro immer mehr unter Druck gerät. Der Vorgang zeigt, wie nervös viele Marktteilnehmer immer noch sind. Die in dem Bericht veröffentlichten Informationen sind schlicht überbewertet worden.
Der DAX stabilisiert sich oberhalb von 5.800 Zählern, die Rohstoffpreise ziehen minimal an.