Archiv des Monats November 2009
Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index notiert in etwa wieder auf dem Niveau, auf dem er sich vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 bewegt hat. Trotzdem stagnieren die Aktienkurse in den USA, und die Rohölpreise geben sogar einen Teil ihres Tagesgewinns wieder ab. Bis zum Allzeithoch fehlen nur etwas mehr als 10 Punkte. Das größere Potential besteht insofern eindeutig auf der Unterseite.
Das Konsumverhalten der US-Amerikaner am Tag nach Thanksgiving enttäuscht. Die Zahl der Konsumenten nahm zwar im Jahresvergleich zu, die meisten waren aber lediglich auf Schnäppchenjagd. Sie gaben pro Kopf weniger Dollar aus als 2008. Der „Black Friday“ gilt als Nagelprobe für das US-Weihnachtsgeschäft.
Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index wird heute um 15:45 Uhr MEZ leicht rückläufig erwartet. Der DAX notiert unterhalb von 5.700 Zählern im Minus, die Rohölpreise reagieren auf Probleme der US-Amerikaner mit dem Iran mit Aufschlägen.
Georg Thilenius hat in einem Artikel für das „Manager Magazin“ vorgerechnet, warum die aktuelle sogenannte Konjunkturerholung nur auf staatlichen Stützungsmaßnahmen beruht und nicht als selbstragend eingestuft werden kann, siehe hier. Dabei geht er sogar noch von 3,5 Prozent Wachstum in den USA in Q3 aus. Der Wert wurde am Freitag offiziell auf 2,8 nach unten revidiert.
Ein Rebound an der Börse in Tokio nach einem tagelangen Ausverkauf verhilft den asiatischen Aktienkursen zu deutlichen Gewinnen. Der Shanghai Composit legt mehr als drei Prozent zu und schließt knapp unter 3.200 Zählern. Der HSCE gewinnt vier Prozent und kämpft zum Handelsschluß um die Marke von 13.000 Punkten.
Die Profite der chinesischen Industrieunternehmen sind in 22 Provinzen in den ersten 10 Monaten des Jahres 2009 im Jahresvergleich um 3,4 Prozent gesunken. Der Rückgang liegt im Rahmen der Erwartungen und belegt, daß die amerikanische Finanzkrise China nach wie vor belastet.
Alle Börsenampeln stehen auf rot. Der DAX fällt unter 5.600 Zähler, die Rohölpreise notieren im Bereich um 75 US-Dollar. Die Banken führen die Verliererliste in den großen Indizies der westlichen Welt an, denn in ihren Depots liegen immer noch toxische Wertpapiere, auf die früher oder später weitere Abschreibungen fällig werden. Die Arbeitslosigkeit steigt in seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gekannte Höhen. Die US-Regierung und die europäischen Regierungen können nicht endlos weiter Geld drucken, um Aktienkurse und Rohstoffpreise zu stützen, wenn sie Dollar und Euro nicht verbrennen wollen. Hier weiterlesen »
Der HSCE verliert fünf Prozent und fällt unter 12.500 Zähler. Der Shanghai Composit büßt mehr als zwei Prozent ein und fällt unter 3.100 Punkte. Anlaß für den Ausverkauf sind Meldungen über Zahlungsschwierigkeiten des Emirats Dubai. Wirklicher Grund ist der Umstand, daß die Aktienmärkte mit kreditierten Geldmitteln aufgebläht wurden und schon lange den Bezug zur Realwirtschaft verloren haben.
Die Börsenentwicklung heute und gestern könnte eine monatelange Abwärtsbewegung einleiten, die realwirtschaftlich gut begründet wäre.