Archiv des Monats Juni 2009
Das US-Verbrauchervertrauen nach Lesart des Conference Board trübt sich unerwartet ein. Ein im Rahmen der Erwartungen liegender Anstieg des Chicagoer Einkaufsmanager-Index im Juni, der allerdings immer noch einen deutlichen Rückgang der Aktivitäten des verarbeitenden Gewerbes in der Region Chicago anzeigt, tritt dagegen in den Hintergrund. Die Rohölpreise verlieren drei Prozent und fallen unter 69 US-Dollar pro Faß, der DAX verliert mehr als zwei Prozent und fällt unter 4.800 Zähler.
Die Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und Rohölpreise seit März 2009 wurde vor allem mit anziehenden Stimmungs-Indikatoren begründet. Obwohl die Bemühungen des privaten Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board zur Messung des Verbrauchervertrauens in den USA nicht überbewertet werden sollten, weil sie objektiv ein weicher Faktor sind, könnten die Zahlen von heute deshalb eine Trendwende bei Aktienkursen und Rohölpreisen einleiten, soweit auch andere Stimmungs-Indikatoren ins Minus drehen.
Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht heute die Arbeitslosenstatistik für Juni. Saisonbereinigt wird von steigenden Arbeitslosenzahlen ausgegangen, wobei Kurzarbeit und Einmaleffekte die Statistik aufhübschen. Am Nachmittag stehen dann aus den USA der Case-Shiller-Hauspreisindex für April, der Chicagoer Einkaufsmanagerindex und der Index des US-Verbrauchervertrauens auf der Tagesordnung. Von den Stimmungsindizies wird Rückenwind für die Aktien- und Rohstoffmärkte erwartet, der auch bereits in die Kurse eingepreist worden ist.
Rohöl klettert über 72 US-Dollar pro Barrel, die Unruhen in Nigeria halten an und führen zu Förderausfällen. Der DAX startet bei 4.900 Zählern mit einem Plus in den Tag.
Der HSCE klettert, gestützt von guten Vorgaben aus New York und Tokio, zunächst über 11.200 Zähler. Nachdem der Shanghai Composit ins Minus dreht und 2.950 Punkte ansteuert, nehmen dann viele Investoren in Hongkong ihre Gewinne mit. Sie glauben nicht an die Dauerhaftigkeit der Aufwärtsbewegung.
Die zuständige Kommission hat die Benzinpreise in China um 8,6 und die Dieselpreise um 9,6 Prozent angehoben. Der Preisschritt ist vor dem Hintergrund steigender Einkaufskosten für Rohöl unvermeidbar geworden. Er stützt zwar die Energieunternehmen, belastet aber zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche.
Das mutet absurd an: Unruhen in Nigeria schieben die Rohölpreise über 71 US-Dollar pro Barrel. Die steigenden Rohölpreise treiben in Kombination mit einer Aufhellung der Stimmung europäischer Unternehmer und Verbraucher die Aktienkurse an. Der DAX gewinnt zwei und der Dow Jones ein Prozent. Alle negativen Daten des Tages werden an den Aktien- und Rohstoffmärkten ausgeblendet.
Der Chicagoer Federal Reserve National Activity Index ist im Mai auf -2,3 nach revidiert -2,27 (vorläufig: -2,06) Punkten im April gefallen. Die International Energy Agency (IEA) senkt vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise ihre Prognose für den weltweiten Ölverbrauch in 2009. Die Börsen aber feiern eine Party am Rande des Abgrunds.
Heute stehen kaum wichtige makrowirtschaftliche Daten auf der Tagesordnung. Das Interesse der Investoren richtet sich um 14:30 Uhr MEZ auf Zahlen zum Chicago Fed National Activity Index für Mai.
Der DAX gewinnt ein halbes Prozent und klettert auf 4.800 Zähler. Die Rohölpreise bewegen sich auf dem Niveau der Vorwoche unterhalb von 70 US-Dollar pro Barrel.
Der Shanghai Composit gewinnt 1,61 Prozent und schließt bei 2.975 Zählern. Der Index verbucht damit in 2009 rund 50 Prozent Gewinn. Mittlerweile mehren sich Stimmen, die eine Korrektur erwarten. Manche Investoren prognostizieren danach aber bis Jahresende höhere Kurse, nachdem sich das chinesische Wirtschaftswachstum auch in der Krise als stabil herausgestellt hat.
Der HSCE startet im Plus in den Tag, kann die Gewinne aber aufgrund schwacher Vorgaben aus New York und Tokio nicht halten. Der Index verteidigt erfolgreich die Marke von 11.000 Punkten.